Was sind Störungen der Wahrnehmung (Perzeption)?
Unter Perzeptionsstörung (Wahrnehmungsstörung) versteht man eine Beeinträchtigung der Fähigkeiten, die mit unseren Sinnen gekoppelt sind: Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken, Gleichgewicht.
Obwohl die Sinne normal ausgebildet sind, kann das Kind die Sinneseindrücke nicht koordinieren und zu einem sinnvollen Ganzen ordnen.
Das Kind hat z.B. Probleme den Standort eines Gegenstandes im Raum bzw. die Entfernung abzuschätzen, oder es kann Figuren nicht vom Hintergrund unterscheiden.
Die Störungen können auch den auditiven Bereich betreffen. Dann hat das Kind Schwierigkeiten unterschiedliche Geräusche aufzunehmen und zu differenzieren. Die Unfähigkeit zwischen ähnlichen Lauten zu unterscheiden lässt auch die Rechtschreibung zu einem Problem werden. Wie kann ein Kind fehlerfrei schreiben, wenn es zwischen den Konsonanten b/p, d/t, den Vokalen a-o-u, … keinen Unterschied heraushört?
Die Störung kann sich aber auch in einer Übersensibilität zeigen. Oft wird das Kind auf Grund minimaler Reize ungehalten oder zornig. Es verträgt manche Geräusche und Geschmacksrichtungen nicht.
Auch der Tastsinn kann überempfindlich sein, sodass das Kind aggressiv wird, sobald ein anderes Kind es nur anfasst.
Häufig kann auch das Körper – und Zeitgefühl beeinträchtigt sein. Das Kind kann z.B. nicht auf seine einzelnen Körperteile zeigen oder links von rechts unterscheiden.
Ich verstehe unter individueller Perzeptionsförderung eine gezielte Förderung der Wahrnehmungsbereiche, die bei dem Kind noch nicht so weit ausgebildet sind, um eine harmonische Entwicklung (der Anlage des Kindes entsprechend) zu ermöglichen.